Herzlich willkommen liebe Leser und Leserinnen

Ich heisse Solara und bin im Rahmen der Fachmaturität für 6 Monate im Praktikum beim claro. Gerne nehme ich euch mit und verschaffe euch einen Einblick in meinen abwechslungsreichen Alltag.



Letzter Eintrag


Liebe LeserInnen

Dies hier wird der letzte Blogeintrag in Solara‘s Blog sein. Im Dezember und Januar wurde leider kein Blogeintrag veröffentlicht, dafür entschuldige ich mich. Jedoch keine Sorge, der Blog wird von meinen Mitarbeiterinnen des claro Glarus übernommen. Sie werden euch von ihren Erfahrungen berichten und über Themen im Bereich Fair Trade erzählen, die sie bewegen. Darauf könnt ihr euch definitiv freuen. Abschliessend möchte ich sagen, dass das halbe Jahr beim claro Glarus sehr lehrreich und abwechslungsreich war. Es hat mich sehr gefreut, so viel positives Feedback zu meiner Arbeit zu bekommen und viele nette Menschen kennenzulernen. Auch über mich selber und meine Zukunftswünsche konnte ich einiges herausfinden.

Vielen Dank, claro Glarus Team, es hat mich gefreut.

Förderung meiner sozialen Kompetenzen

Ich war schon immer eine soziale Person, ich spreche gerne mit Menschen, allerdings bin ich etwas schüchtern. Ich denke, das liegt daran, dass ich noch lange mit Gleichalterigen in die Schule ging und somit noch nie mit Kunden arbeiten musste. Während viele meiner Freunde, die eine Lehre gemacht haben, sehr offen im Umgang mit Fremden waren, war ich immer etwas zurückhaltender. Häufig überforderte mich dies und ich verstand auch nicht, wieso Leute mich im Generellen einfach grundlos ansprachen.

Als ich im claro anfing, kämpfte ich immer noch mit diesen Problemen. Jedoch war mir klar, dass es sich hierbei um eine Gewöhnungssache handelte und es sicher besser werden würde. Es brauchte zwar eine Weile, aber mittlerweile habe ich das Gefühl, dass sich meine Sozialkompetenzen in diesem Bereich verbessert haben. Ich spreche nun viel offener mit allen Kunden und kann ihnen teilweise auch bei ihrer Suche nach bestimmten Produkten helfen. Es ist immer wieder interessant, Geschichten aus deren Leben zu hören. Das ist auch das Schöne im claro, man kann mit seiner Kundschaft auch wirklich reden und sich auch mal etwas mehr Zeit lassen. Dies wäre in Läden wie dem Migros oder Coop undenkbar. Ich bin definitiv gespannt, wie sich das Ganze weiter noch entwickelt.

Neue Projekte im claro Glarus

Da von mir gewünscht wurde, dass ich monatlich einen Blogeintrag schreibe und diesen Monat kein besonderes Ereignis geschehen ist, das in meinen Augen berichtenswert wäre, erzähle ich heute von zwei neuen Lieferanten. Beide lernten wir an der ONARIS kennen, Engoitoi Epuan und Real Time Trust.

Engoitoi Epuan ist ein reines Frauenprojekt in Tansania. Engoitoi Epuan ist ein Verein, der sich für Gleichberechtigung, faire Bezahlung, sichere Arbeitsstelle und Bildung von Maasai-Frauen einsetzt. Es gibt drei verschiedene Projekte im Norden von Tansania, sie arbeiten mit bunten Perlen, Naturleder und Stoff, um wunderschöne Produkte zu kreieren.

Real Time Trust ist eine Stiftung, die sich für die Erhaltung und Weiterentwicklung des traditionellen Kunsthandwerks im indischen Bundesstaat Orissa ein. Es ist der ärmste Bundesstaat in Indien und für den Tourismus noch sehr unbekannt. Real Time Trust sorgt für einen fairen Lohn für die Arbeitenden und ein besseres Sozialleben.

Beide Vertreterinnen dieser Projekte waren junge, sehr freundliche und aufgestellte Frauen, mit sehr viel Engagement und Liebe zu ihrer Arbeit. Da wir von diesen Frauen, Projekten und Produkten absolut begeistert waren, freuen wir uns sehr euch mitteilen zu dürfen, dass diese nun beide in unser Laden vorhanden sind. Kommt gerne vorbei!


Einkauf im August

Die erste Geschichte, die ich erzählen möchte, spielte sich bereits im August ab, was vor meinem offiziellen Praktikumsbeginn im September war. Zusammen mit Susanne (Geschäftsführerin) und Claudia machte ich mich auf die Reise, um die idealen Produkte für den Sommer und Herbst 2024 zu kaufen. Besucht wurden Vertreter sowohl in Zürich, als auch in Bern. Während der Einkauf in Zürich einen privaten Termin benötigte, waren es in Bern grosse Veranstaltungen, bei der man Menschen aus der ganzen Schweiz treffen konnten. Die Vertreter waren teilweise sogar aus anderen Ländern extra angereist, um dabei zu sein.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dabei der Kleidereinkauf, sowohl positiv, aber ebenso negativ. In Zürich wurden zwei verschiedene Vertreter besucht, die Verkäufer dort waren nicht nur überaus freundlich, sondern bezogen auch mich, nicht nur als Model um die Kleider anzuprobieren, sondern auch als dritte Meinung für den Einkauf mit ein. Es gab eine gute Auswahl an Fair Trade Mode, die, meiner Meinung nach, die verschiedenen Bedürfnisse der Käuferinnen abdeckt und sowohl jung als auch alt einschliesst. Wenn Susanne oder Claudia berichteten, dass ein gewisser Schnitt, Stoff oder eine Farbe nicht so gut verkauft wurden, gingen sie auf diese Aussage ein. Sie gaben konstruktive Tipps oder zeigten andere Kleidungsstücke, die nicht in diese Kategorie fielen. Durch diese professionellen Verhalten waren meine Erwartungen entsprechend auch sehr gross für den Kleidereinkauf in Bern. Leider wurde ich etwas enttäuscht. Auch wenn die VerkäuferInnen dort ein ebenso freundliches Verhalten an den Tag legten, schienen sie fast schon überfordert zu sein, dass ich auch beim Einkauf dabei war, da ich ein Stück jünger bin, als ihre normale Zielgruppe. Ich fände es schön, wenn mehr Marken etwas jugendfreundlichere Mode präsentieren könnte, denn Fair Trade heisst definitiv nicht altbacken oder langweilig, was es bis Weilen bedauernswerterweise noch im Verruf steht. Natürlich bin ich beim Einkauf nicht nur von meinem persönlichen Style ausgegangen, sondern auch von dem meiner Kolleginnen, die sich alle sehr unterschiedlich kleiden. Ebenfalls schienen sie es teilweise fast nicht glauben zu können, dass gewisse Schnitte, Stoffe oder Farben nicht gut in Glarus verkauft wurden, da sie zum Beispiel in Zürich problemlos verkauft wurden. Ich empfand, dass die Verkäufer dort eine sehr grosse Liebe zu „ihrer“ Marke verspürten und es einfach zu persönlich nahmen, wenn etwas in Glarus nicht verkauft wurde. Es gab in der Mehrheit der Fälle keine konstruktiven Tipps, sondern eher Vorwürfe, dass es in Glarus „einfach nicht richtig präsentiert wurde“. Doch wer schon einmal in Glarus und Zürich war, stellt schnell fest, dass die Menschen extrem unterschiedlich sind und ebenso unterschiedliche Bedürfnisse haben. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung und ein direkter Vergleich. Ich bin gespannt, wie die Zukunft von Fair Trade Kleidung aussieht und ob es vielleicht schon bald nennenswerteres Veränderungen gibt.

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